Nicolaus von Myhra Schule Phillipsburg, 1983-1985 Nicolaus von Myhra Schule Phillipsburg, 1983-1985 Nicolaus von Myhra Schule Phillipsburg, 1983-1985
SONDERSCHULE NIKOLAUS-VON-MYRA-SCHULE, PHILIPPSBURG

1. Bauherr
Stadt Philippsburg

2. Projektdaten
Leistungsumfang: Lph 1-9
Herstellungssumme: 3,5 Mio. EUR
Zeitangabe: 1983-1985
Ansprechpartner: Bürgermeister Jürgen Schmidt
+49 (0)7256/87100

3. Baubeschreibung
„Man erreicht über eine flach geneigte Rampe an Parkplatz, Kleinspielfeld, Fahrradabstell- und Tischtennisplatz vorbei den rotgrau gepflasterten Schulhof. Schon hier erkennt man die Diagonalachse, die sich im Gebäude fortsetzt und dort im Fliesenbelag des Fußbodens der Eingangshalle erlebbar wird. Mitten im Schulhof steht weithin sichtbar ein runder, kunstvoll gefliester Turm, an dem eine leichte Stahlkonstruktion aufgehängt ist, die die Verglasung der Pausenhofüberdachung trägt. Gleichzeitig übernimmt der Turm die Funktion eines Zuluftansaugbauwerks für die im UG gelegenen Schutzräume.

Der Haupteingang des Gebäudes, rechts und links von einem Lorbeerbaum flankiert, führt in eine zweigeschossige Eingangshalle. Hier wird man sich problemlos in dem klar gegliederten Gebäude orientieren können. Im nordwestlichen Bauteil sind die Stammklassen, im südöstlichen Bauteil die Fachklassen und die Verwaltung untergebracht. Geradeaus, auf der Diagonalachse des Gebäudes, erreicht man das Treppenhaus, das um 45o gedreht ist, so dass die Achse exakt durch den Eckpfeiler zwischen zwei senkrechten Fensterbändern führt. Auf beiden Seiten, durch Terrarien vom Treppenhaus getrennt, befinden sich sämtliche Nebenräume. Die Stammklassen werden erschlossen aus einem quadratischen Raum, der durch einen kurzen Flur mit der zentralen Eingangshalle verbunden ist. Die Klassenräume sind paarweise mit dazwischen geschalteten Gruppenräumen angeordnet. Diese Miniklassenzimmer können abwechselnd von den beiden angrenzenden Klassen genutzt werden. Diese Möglichkeit besteht aufgrund eines beweglichen Sichtschutzes zwischen den Glasscheiben der Holz-Glas-Trennwände.

Die großen Stahlbalkone mit ihrem massiven Holzbelag vor den Gruppenräumen sind für Freiluftunterricht geeignet. Der vorgenannte Erschließungsraum wird über den Balkon und durch die Lichtkuppel über der Vogelvoliere natürlich belichtet und belüftet. Die Voliere ist ein zylindrischer Körper, der teils verglast und teils vergittert auf einem kunstvoll gefliesten Sockel im Erdgeschoss steht.

Die Anordnung der Fachklassen und der Verwaltung im südöstlichen Bauteil ist ähnlich gegliedert wie die der Stammklassen. Auch hier erfolgt die Erschließung über eine Flurausweitung mit rundem Durchblick zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss. Die im Erdgeschoss angeordneten zwei Werkräume mit dazwischen geschalteten Material- und Maschinenraum haben jeweils einen Ausgang zu einer runden Freiterrasse. Hier sind auch Handarbeitsraum, Mehrzweckraum und Aufenthaltsraum angesiedelt. Letzterer kann mittels beweglicher Trennwände vollkommen zur Eingangshalle geöffnet werden und bildet mit ihm das ädagogische Zentrum der Schule. Hier besteht vielfältige Möglichkeit für Veranstaltungen aller Art. Der hier angeordnete Hausmeisterraum beinhaltet die Schaltzentrale und besitzt durch ein gebogenes Schiebefenster gute Übersicht.

Das Gebäude wurde als Mauerwerkbau mit massiven Decken aus Stahlbeton hergestellt. Das geneigte Dach über der Eingangshalle lagert auf Stahlfachwerkbindern und ist über Stahlpfetten in Holzkonstruktion errichtet. Die Dachdeckung aus farbig beschichtetem Leichtmetall ist ein Stehfalzdach. Sämtliche Innenwände bestehen aus Ziegelmauerwerk. Die Fassade wurde aus 36,5 cm dicken Hochlochziegeln aufgemauert. Alle Wände sind innen und außen mit mineralischem Verputz versehen. Die horizontalen Dachflächen erhielten einen Warmdachaufbau mit Kiesschüttung. Die vorwiegend quadratischen Fensterelemente bestehen aus Alu-Holz-Kombination, außen purpurviolett beschichtet. Die Fußböden von Stammklassen und Verwaltung erhielten auberginefarbenen Nadelvlies-Teppichboden, die Fachklassen sind mit Gumminoppenböden belegt. Die stark frequentierte Eingangshalle und die Flure sind mit Fliesenbelag ausgestattet, der an den Wandsockeln in grau, rosa und purpurviolette Fliesen in dynamischen Mustern hochgezogen wurde. Auch die inneren Fensterbänke sind mit purpurvioletten Fliesen belegt.“
db 11/86